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Die Planungen laufen: 

Traditionscafé Maxeiner soll zum temporären Kunsttreff werden


Agnes Schofield, Kuratorin – Kunst und Öffentlichkeit, Schloss Balmoral, Luis Bruder, Künstler, Oliver Krügel, Dr. Katharina Fink, Leiterin, Schloss Balmoral, Pia Pilger

Eine neue Perspektive eröffnete sich nun im Zuge des Regionalen Zukunftsprogramms des Landes Rheinland-Pfalz. Gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung der Verbandsgemeinde Bad Ems-Nassau und der Artist Residency Schloss Balmoral entstand die Idee des Projekts „Kultur trifft Kaffee“: einer temporären künstlerischen Zwischennutzung des ehemaligen Traditionscafés.

Die Stadt Bad Ems hat das Leerstehen in den Vorjahren nicht einfach hingenommen. Vielmehr wurden seit Schließung des Cafés verschiedene Gespräche geführt, um eine erneute gastronomische Nutzung zu ermöglichen. Stadtbürgermeister Oliver Krügel berichtet dazu: „Wir haben das Leerstehen des Café Maxeiner nie einfach akzeptiert. Ich habe persönlich Gespräche geführt, unter anderem auch mit Filialisten und Bäckereiketten, in der Hoffnung, dort wieder einen regulären Cafébetrieb zu ermöglichen. Alle Gesprächspartner kamen jedoch übereinstimmend zu dem Ergebnis, dass die Immobilie in ihrem heutigen Zustand für einen zeitgemäßen Cafébetrieb nicht mehr genehmigungsfähig und wirtschaftlich nicht darstellbar ist. Insbesondere die baulichen Gegebenheiten – etwa die ehemalige Backstube, die Sanitäranlagen sowie die gesamte technische Ausstattung – entsprechen nicht mehr heutigen Anforderungen.

Krügel ergänzt: „Die dafür notwendigen Investitionen müssten vom Eigentümer getragen werden und wären in einer Größenordnung, die sich über einen realistischen Miet- oder Pachtzins kaum refinanzieren ließe – weder für Filialisten noch für klassische Konditorei- oder Bäckereibetriebe.“

Mit der Aufgabe des regulären Cafébetriebs und dem Wegfall der Konzession sei damit faktisch bereits vor einigen Jahren das Ende eines klassischen Gastronomiekonzepts an diesem Standort besiegelt gewesen. Dennoch blieb der politische Wille bestehen, den Ort nicht dauerhaft dem Leerstand zu überlassen.

„Wir haben immer wieder geprüft, ob es alternative Wege gibt, um diesen wichtigen Ort in der Innenstadt zu aktivieren und neues Leben hineinzubringen“, so Krügel.

Der Stadtrat der Stadt Bad Ems beschloss daraufhin, 43.600 Euro aus dem Regionalen Zukunftsprogramm in dieses Projekt zu investieren. Ziel ist es, Kultur, Innenstadtbelebung und bürgerschaftliches Engagement an einem geschichtsträchtigen Ort miteinander zu verbinden.

„Ich bin sehr froh, dass sich das Künstlerhaus Schloss Balmoral bereit erklärt hat, dieses Projekt als künstlerische Leitung zu begleiten. Es ist eine große Chance, den Standort neu zu beleben, ohne die baulichen und wirtschaftlichen Realitäten zu ignorieren“, betont der Stadtbürgermeister.

Als temporäres Kunst- und Kulturcafé soll das ehemalige Café Maxeiner für einen Zeitraum von 12 bis 18 Monaten zu einem lebendigen Treffpunkt für Künstler:innen, Kulturinteressierte, Bürger:innen sowie Besucher:innen der Stadt werden. Das Projekt setzt bewusst auf ehrenamtliches Engagement und ein vielfältiges, niedrigschwelliges Kulturprogramm. Ziel ist es, kulturelle Teilhabe zu ermöglichen, jungen Kunstschaffenden eine Bühne zu bieten und den innerstädtischen Raum aktiv zu beleben.

Die Artist Residency Schloss Balmoral übernimmt dabei die künstlerische Leitung und gestaltet das Programm. Nach Abschluss der Projektlaufzeit soll evaluiert werden, ob aus der temporären Nutzung eine dauerhafte oder wiederkehrende Zwischennutzung entstehen kann – sei es in privater Trägerschaft oder durch einen Kulturverein.

Bereits vor dem offiziellen Projektstart wird der Raum erstmals genutzt: bis März 2026 findet in den Räumlichkeiten eine Ausstellung der Artist Residency Schloss Balmoral statt.

Zum Auftakt des Projekts sind kunst- und kulturinteressierte Bürger:innen zu einem Kick-off-Workshop am 26. Februar um 18:30 Uhr im Schloss Balmoral eingeladen. Dort besteht die Möglichkeit, sich über das Projekt zu informieren, eigene Ideen für die Programmgestaltung einzubringen und sich ehrenamtlich zu engagieren. Konkrete Nutzungsvorschläge – etwa Lesungen, Diskussionsabende oder kleine Konzerte – sind ausdrücklich willkommen. Eine offizielle Einladung folgt zeitnah.

 

Bei Fragen oder Anregungen wenden Sie sich an die Stadt Bad Ems oder Wirtschaftsförderung der Verbandsgemeinde, p.pilger@vgben.de, mit Konzepten und Projektvorschlägen an die Artist Residency Künstlerhaus Schloss Balmoral: Dr. Katharina Fink, director@balmoral.de.